Beelitz-Heilstätten

Eine Fototour zum berühmtesten Lost Place Deutschlands, den Beelitz-Heilstätten in der Nähe von Potsdam, steht für einen sog. Urbexer natürlich ganz oben auf dem Wunschzettel. Man könnte auch sagen, Beelitz ist das Mekka für Lost-Place-Fotografen.
Nach dem Trockentraining im Nürnberger Volksbad im Juli 2014 wurde spontan der Entschluss gefasst, dies anno 2014 noch abzuarbeiten, zumal Berichten im Internet zu Folge ab 2015 keine geführten Fototouren von Go2Know mehr angeboten werden, heute (Stand Mai 2015) wissen wir, dass es nach wie vor Touren geben wird. Gut 400km Anreise stellten bei der Unternehmung trotzdem nur ein kleines Hindernis dar.

Neue Pläne für die alten Gebäude

Immer wieder gab und gibt es Bestrebungen, aus den altehrwürdigen Gebäuden auf dem mit gesamt ca. 200 Hektar Fläche sehr weitläufigen Gelände etwas neues zu machen, das meiste davon verlief im Sande. Konkreter sind momentan die Planungen für einen Baumwipfel-Pfad im Sektor A (ehemalige Frauen-Lungenheilstätte, incl. Chirurgie), während in Sektor D (ehemaliges Frauen-Sanatorium) ein Künstlerdorf, das “Refugium Beelitz-Heilstätten” entstehen soll. Leider fürchten deswegen offenbar einige Vandalen um ihren Abenteuerspielplatz, so entstanden bis dato bereits mehr als 150.000 Euro Schaden an diversen Gebäuden und Baumaschinen, u.a. wurde das Portal der ehemaligen Chirurgie mit einem kurzgeschlossenen Bagger komplett eingerissen. Es bleibt zu hoffen, dass die Projektentwickler einen langen Atem haben und so ein Teil der Heilstätten bald im neuen Glanz erstrahlen kann.

Weiterführende Infos

Go2Know Fototouren
Heilstätten-Park
Refugium Beelitz-Heilstätten

In Kürze: Die Geschichte der Heilstätten

Auf dutzenden Internetseiten kann man sich über die wechselhafte Geschichte der Heilstätten kundig machen, deshalb hier nur die Eckpunkte kurz zusammengefasst (Quelle: Wikipedia):

  • Zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichtet
  • Heute denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden
  • 200 Hektar Gesamtfläche in 4 Quadranten
  • Heizkraftwerk von 1903 mit Kraft-Wärme-Kopplung
  • Lazarett und Sanatorium im Ersten und Zweiten Weltkrieg
  • Aufenthalt von Adolf Hitler vom 9. Oktober bis zum 4. Dezember 1916
  • Übernahme durch die Rote Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
  • Bis 1994 größtes Militärhospital der sowjetischen/russischen Armee im Ausland
  • 1990 Aufenthaltsort des an Leberkrebs erkrankten Erich Honecker
  • Insolvenz der Eigentümergesellschaft im Jahr 2001
  • Beliebtes Motiv für Filmproduktionen (Der Pianist, Operation Walküre …)
  • Doppelmord nahe der Heilstätten 1991
  • Mord an einem Fotomodell 2008
  • Aktuell: Pläne für Baumwipfelpfad und Künstlerdorf

Go2Know

Die Frage, die sich uns stellte: Einfach auf gut Glück hinfahren und fotografieren, oder eine offizielle Fototour buchen, wie sie von Go2Know angeboten wird. Wir wählten Letzteres, und um möglichst viel Zeit zur Verfügung zu haben, zahlten wir pro Person und Tag satte 70 Euro für die sog. Fotobase, die leider etwas mehr versprach, als sie hielt. Natürlich konnten wir sicher sein, dass die Leute von Go2Know alle Personen des Feldes verwießen, die sich unberechtigt auf dem Gelände aufhielten und auch Fragen wurden bereitwillig beantwortet. Die Basis mit Pavillon und rostigem Uralt-Grill für die Mittagspause entpuppte sich in Anbetracht des doch recht happigen Preises als etwas sehr spartanisch. Es entzieht sich unserer Kenntnis, wofür der “Eintrittspreis” der gesamt ca. 35 Teilnehmer effektiv aufgewendet wird, gefühlt ließ das Preis-Leitungs-Verhältnis jedenfalls etwas zu Wünschen übrig.

Dies konnte jedoch die vielen positiven Eindrücke dieser spektakulären Fototour kein bisschen trüben und am Ende wurde wieder eine riesige Ausbeute an Motiven in digitaler und analoger Form mit nach Hause genommen. Eine kleine Auswahl davon sehen Sie hier:

 

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 Alle Fotos in unserer Flickr-Collection 

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